Jaaa, so ein schöner Flugtag war nun ungenutzt vertan. Der Sa. sollte es dann bringen. Das Auto ließ sich bewegen,
aber mein Flügel musste noch geheilt werden. Durch die besonderen Umstände war ich letzter in der Startreihe. Die
Zeit brauchte ich aber auch, um Flügel und mich bereit zu halten. Wenn auch schon einige Piloten wieder Bodenkontakt
suchten, waren doch viele auf und davon. Noch traute ich mir zu, auch oben mitzufliegen. Das änderte sich gründlich,
nachdem der UL-Schlepp beendet war. Die Hoffnung Thermik zu finden war so groß, wie die Wolkenschatten. Meine
Karten waren wohl nicht gut genug gemischt. Vorwärts mit Gottvertrauen suchte ich weiter und sank tiiiiefer. Die Felder
müßten doch was hergeben, die Waldkante muß doch Ablösungen erzeugen. Immer mit dem Wind auf die Wolken zuhalten.
Die kleinen, kurzen Heber müssen doch der Beginn des mächtigen Steigens sein! Glaubt es mir, alle die schönen Theorien
funktionieren nur im Lehrbuch! Bei mir versagten sie eben so beharrlich. Vor den Windmühlen bei Lindow machte ich noch
eine elegante Kurve und setzte auf dem Feld auf ( ohne Bruch ). Glaubt mir, meine Stimmung nach diesen wieder nur
15 Minuten war ebenso abgesoffen. Kurz darauf kam noch ein Drachen eingeschwebt, der mit seinem Sinken meine Stimmung
hob. Im Laufe der nächsten Minuten wuchs das Grüppchen auf vier Absaufer, meine Stimmung wuchs entsprechend. War ich
doch nicht der einzige Depp, der nicht Thermikfliegen kann. Vorteil, das Rückholproblem gab es nicht. Die ca. 6 km, wären
auch noch einen Fußmarsch wert gewesen. Sicher wäre es schön gewesen, von 30 km, oder gar vom Ziel, Flugplatz Brandenburg,
zurück zu fahren.
Der Sonntagmorgen ließ dann die Handflächen brennen, von dem Beklatschen der Leistungen, oder des unglaublichen
„Schweineglücks“ eines Bernd, Lukas oder des ganz besonders glücklichen Spaniers, um nur einige zu nennen. Conrad ( nicht
Rudi Ratlos ) hat gekonnt den Bogenstrich über seine Geige gelegt. Meine „Leistungen“ blieben unerwähnt und wurden am
Ende der Punkteliste vermerkt.
Langsam trudelten die GS-Piloten für deren Flatlands ein. Eine Bastelidee setzte ich noch in die Tat um. Aus einem alten,
ovalen Farbeimer wurde eine Zweit-Hilfs-Ölwanne. Mit Draht unter die Leckage gezurrt sollte sie die Fleckenbildung verhindern.
Ich machte mich wegen der mageren Wetteraussichten aus dem Staub, denn es fing an zu regnen. Auf dem Weg nach N.-Gl.,
beim Zwischenstop auf der Raststätte, war kaum ein Ölverlust zu beklagen. Die Weiterfahrt war deutlich entspannter. Auf dem
Flugplatz stand der Trecker von Christian T. den Axel und Wulf Th. noch etwas bearbeiteten. Das gute Stück soll in seinen
nächsten zwanzig Jahren noch gute Dienste auf dem Platz leisten.
Der heutige Tag wurde von Axel und mir wegen der unsicheren Wetterlage statt zum UL-Schlepp, zur Bodenbearbeitung genutzt.
Der Asphaltvorplatz und die Zufahrt zu unserem Tor wurden mit zähem Schaufel, Spaten und Harkeneinsatz von unerwünschtem
Bewuchs befreit. Es gab reichlich viele Schubkarren voll Material zum Umlagern. Axels Rasenmäheraktion im unwegsamen Gestrüpp
zwischen den Bäumen, wurde durch den Kontakt mit einem großen Bombensplitter jäh beendet. Schwerer Schaden, der erst nach
Abflauen des Frustgefühls begutachtet werden soll – morgen? Übrigens morgen. Es sieht nach Flugwetter aus! Ich wage es kaum
zu hoffen, daß mir endlich mal wieder ein richtig toller Flug gelingt. Ein kleines Dreieck vielleicht? Wer drückt mir die Daumen?
Jetzt kann es doch nur besser werden.
Drücke Dir die Daumen!