Erlernen des Groundhandlings

Erlernen des Groundhandlings

  • Teil 1 Kurzfassung
  • Teil 2 ausführliche Fassung

Teil 1 Kurzfassung
Eine neue Methode zum Erlernen des Groundhandlings

1. Groundhandling und Rückwärtsstart
Da sich Groundhandling und Rückwärtsstart in ihrer Zielsetzung unterscheiden, gibt es auch Unterschiede in der Griffhaltung. Beim Groundhandling wird eine Griffvielfalt genutzt.

2. Die übliche Lehrmethode
Bisher wurde dem Übenden eine verbale Korrektur bzw. Anweisung vom Anleiter zugerufen. Die Informationsmenge ist zu groß. Die Verarbeitungszeit für diese Informationsflut ist ebenfalls zu groß.
Daher sollte man nach anderen Methoden suchen.

3. Gliederung der Kappenbewegungen
Die Bewegung der Kappe wird in eine seitliche und eine senkrecht dazu stehende Bewegung gegliedert.

4. Steuerung der seitlichen Kappenbewegung.
Die seitliche Kappenbewegung wird durch drei Bewegungen gesteuert.
Hüftdrehung, Diagonalgriff und Unterlaufen. (Beim Diagonalgriff erfaßt eine Hand die A - Leinen, die andere greift diagonal dazu in die D - Leine bzw. die Bremse.)

5.1. Steuerung der Kappe, wenn sie nach Lee zu fallen droht.
Droht die Kappe nach Lee zu fallen, zieht man an den A - Leinen, senkt den Sitzgurt ab und geht rückwärts.

5.2. Die Kappe bewegt sich nach Luv
Droht die Kappe zu überschießen, zieht man die D - Leinen bzw. Bremsen und geht vorsichtig rückwärts.

6. Neue Lehrmethode
6.1
Es erfolgt eine Beschreibung der Kappenbewegungen und eine Erklärung, wie man auf sie angemessen reagiert. (vergl. 4. und 5.) Während einer Demonstration wird noch einmal Kappenbewegung und Steuerung erklärt. Eine Bewegungsvorstellung wird erarbeitet.

6.2 Mentales Training der Bewegungen
Die Übenden stellen sich die Kappenbewegung vor und simulieren ihre Bewegungsreaktionen. Sie schließen die Augen und bewegen sich ohne Schirm.

6.3 Taktile Korrekturen
Zum Erlernen des Groundhandlings faßt der Anleiter den Übenden von hinten an die Schultern. Die seitlichen Korrekturen erfolgen ausschließlich dadurch, daß der Anleiter den Übenden dreht (sanfte Drehung = Hüftdrehung) (starke Drehung = Hüftdrehung und Diagonalgriff) und schiebt (Hüftdrehung, Diagonalgriff und Unterlaufen).

6.4 Verbale Korrektur
Die verbale Korrektur erfolgt durch die Begriffe „A“ und „D“. „A“ bedeutet: A - Leinen ergreifen und zum Körper ziehen …(vergl. 5.1.) Wird „D“ gesagt, werden die D - Leinen bzw. Bremsen gezogen.

7. Ergebnis
Die Methode wurde erfolgreich und mit sehr guten Ergebnissen erprobt.

8. Ausblick
Im Osten von Hamburg unterstützt Euch Roberto, im Süden Frank und im Westen (Flugplatz Uetersen / Heist) Piet. Roberto hat einen Mail - Verteiler für die Verabredung zum Groundhandling aufgebaut.
Übrigens: Ein gutes Groundhandling ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Fliegen an der Küste.

Wir freuen uns, wenn Ihr Euch meldet.

Frank, Roberto, Piet

Teil 2 ausführliche Fassung

Eine mentale und taktile Methode in Verbindung mit einem Basaltext

1. Groundhandling in Abgrenzung zum Rückwärtsstart
Groundhandling und Rückwärtsstart sollte man voneinander trennen. Beide unterscheiden sich durch eine andere Zielsetzung. Obwohl die gelernten Bewegungsabläufe beim Groundhandling sich sehr wohl effektiv beim Rückwärtsstart nutzen lassen.
Beim Groundhandling will man u. a.

  • das Gefühl bekommen, daß man den Schirm beherrscht und nicht der Schirm den Übenden
  • man möchte Steuerbewegungen automatisieren.
  • Spaß an der Bewegung mit dem Schirm haben.
  • man will sich sportlich betätigen…

Da die Zielsetzungen primär unterschiedlich sind, ist zu empfehlen, ebenfalls eine für das Groundhandling geeignete Griffvielfalt zu verwenden.

2. Die übliche Lehrmethode
Bisher war es üblich, dem Übenden eine Bewegungsanweisung während des Übens zuzurufen. Da der Übende unmöglich die vielfältigen Bewegungsanweisungen in angemessener Zeit ausführen kann, ist diese Methode eine Überforderung. Von dem Wahrnehmen der akustischen Information bis hin zur Bewegungshandlung verstreicht eine viel zu lange Zeit. Bevor geeignete Steuerungen gemacht werden, liegt die Kappe am Boden. Da kommt Frust auf. Daher sollte man nach anderen Methoden suchen.

3. Gliederung der Bewegungen
Prinzipiell kann man die Bewegung der Kappe in zwei verschiedene Bewegungsrichtungen unterteilen. Eine Bewegung erfolgt zur Seite. Die andere Bewegung erfolgt in die Luv - Lee - Richtung. Selbstverständlich kommen häufig Überlagerungen beider Bewegungen vor.

3. Steuerung der seitlichen Kappenbewegung.
3.1 Hüftdrehung.
Man dreht die Hüfte in Richtung Kappenbewegung.
3.2 Diagonalgriff
Neigt sich die Kappe nach links, greift die linke Hand in die A - Leinen. Die A - Leinen werden nach Luv gezogen. Die rechte Hand greift diagonal in die rechten D - Leinen oder die Bremsleine.
3.3 Unterlaufen.
Man unterläuft die Kappe solange, bis sie senkrecht über einem steht.

Die obige Aufzählung kann eine Reihenfolge in den Bewegungen sein. D.h. Bewegt sich eine Kappe zur Seite, versucht man sie zunächst durch die Körpersteuerung (Hüftdrehung) zu stabilisieren usw. Erkennt man die Bewegung der Kappe erst spät, müssen die drei Steuerungsmöglichkeiten parallel und intensiv eingesetzt werden.

4. Steuerung der Kappenbewegung bei Luv - Lee - Richtung
4.1. Die Kappe bewegt sich nach Lee.

  • Die A - Leinen werden gegriffen und zu den Schultern gezogen
  • Der Körperschwerpunkt wird abgesenkt. Dadurch wird die Kraft auf die Kappe erhöht. Das Steigen der Kappe wird erleichtert.
  • Man geht nach hinten.

4.2. Die Kappe bewegt sich nach Luv

  • Die Kappe wird durch Zug auf die D - Leinen bzw. Bremsen abgebremst.
  • Man geht ohne Kraftaufwand nach Luv.

5. neue Lehrmethode
5.1.
Nach der Erklärung der möglichen Kappenbewegungen und ihren Korrekturen (vergl. 3. und 4.) erfolgt eine Demonstration. Diese Demonstration - gekoppelt mit den Erklärungen - dient der Erarbeitung einer Bewegungsvorstellung. Ohne eine klare eindeutige Bewegungsvorstellung kann keine Bewegung erlernt werden. Man muß vor wissen, was man tut.

5.2 mentale Trainings der Bewegungen
Bei der Schulung des Groundhandlings gibt es ein Problem. Man kann der Kappe nicht befehlen, sie möge sich etwas nach rechts bewegen, da man ausschließlich die Hüftdrehung rechts schulen möchte. Man kann also wegen der komplexen Kappenbewegung keine isolierte Bewegung schulen. Man muß in der Lage sein, die acht oben angesprochenen Bewegungen zeitnah und dosiert zu schulen. Die acht Bewegungen ergeben sich aus drei Korrekturbewegungen nach rechts (Hüftdrehung, Diagonalgriff, Unterlaufen) drei Bewegungen nach links und zwei Bewegungen in die Lee - Luv - Richtung.
Eine gute Möglichkeit dieses hohe Ziel vorzubereiten, bietet ein mentales Training der Bewegungsabläufe mit anschließender taktiler Korrektur.
Bei dem mentalen Training schließt der Übenden die Augen und stellt sich die Kappenbewegungen vor. Nun simuliert er die Korrekturbewegungen. D.h. Der Übenden bewegt sich ohne Schirm. Das mentale Training sollte so lange durchgeführt werden, bis der Übende eine klare Vorstellung von seiner Reaktion auf eine Kappenstörung hat.

6.3 Taktile Korrekturen
Das erste praktische Üben erfolgt durch Unterstützung des Anleiters, indem der Anleiter taktil korregiert.
Der Anleiter faßt den Übenden von hinten an die Schultern. Dadurch kann der Anleiter den Übenden behutsam drehen, (Hüftsteuerung) oder schnell drehen (Hüftsteuerung und Diagonalgriff) oder drehen und schieben (Hüftsteuerung, Diagonalgriff und Unterlaufen). Die seitlichen Kappenstörungen werden nur taktil korrigiert

  • Da diese taktile Bewegungskorrektur viel schneller und dosierter ist, als jede verbale Korrektur, ist die taktile Korrektur der verbalen Korrektur weit überlegen.
  • Da die Kappe zu Beginn des Lernens viel länger in der Luft gehalten werden kann, ist der Übende sehr schnell erfolgreich. Erfolg motiviert.
  • Wenn der Übende gedreht wird, ist daß für ihn ein Hinweis, daß die Kappe in dieser Position eine Reaktion verlangt. Der Übende schult gleichzeitig seine Wahrnehmung bezüglich der Kappenstörungen.

6.4. Korrektur durch Basaltext
Ein Basaltext ist ein kurzes Stichwort, mit dem der Sportler eine Bewegungshandlung verbindet. Als Basaltext wird folgendes verabredet und kurz trocken geübt. Sagt der Anleiter „A“, greift der Übende in die A - Leinen und zieht sie zur Schulter usw… Die Bedeutung des Basaltextes „D“ erkennt der aufmerksame Leser sofort. Die zwei verbalen Korrekturen durch den Basaltext, beschränken sich auf die Luv -Lee - Bewegung.

7. Ergebnis
Diese mental - taktile Methode wurde exemplarisch mit Anfängern getestet, die zuvor selbständig Groundhandling versucht haben. Nach einer Befragung sagten alle Anfänger, daß ein mental - taktiles Training sehr hilfreich ist. Nach diesem Training konnten die Anfänger die Kappe wesentlich länger in der Luft halten.

8. Ausblick
Im Osten von Hamburg unterstützt Euch Roberto, im Süden von HH unterstützt Euch Frank und im Westen von HH (Flugplatz Uetersen / Heist) Piet. Roberto hat einen Mail - Verteiler für die Verabredung zum Groundhandling aufgebaut.
Übrigens: Ein gutes Groundhandling ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Fliegen an der Küste.

Wir freuen uns, wenn Ihr Euch meldet.

Frank, Roberto, Piet

Danke fuer die Infos. Hoert sich gut an und ich bin schon mal gespannt :slight_smile: